Das Ortsbild zwischen Sillian und Innichen ist geprägt von baufälligen Gebäuden. Eines davon wurde am vergangenen Wochenende abgetragen. Wie es weitergeht.
„VSV“ steht in großen blauen Lettern auf dem letzten Gebäude auf italienischem Boden vor der Grenze zu Österreich. Es ist ein Graffiti, das wohl Eishockey-Fans aus Villach auf ihrer Auswärtsfahrt nach Bruneck zu den Wölfen, oder nach Bozen zu den Füchsen, sprühten. Zuvor zierte ein rotes „KAC“ der Klagenfurter für mehrere Jahre die Wand. Das Gebiet zwischen Arnbach und Winnebach würde man auf gut österreichisch eine „Gstättn nennen“. Und in Italien? „Terreno incolto“. Es handelt sich um eine verwahrloste Fläche – mit brachliegenden Gebäuden. Die Ausnahmen sind eine beliebte Pizzeria – und eine kleine Bar. Auf österreichischer Seite zwei Tankstellen, ein Möbel-Showroom und ein Holzhändler.
Projekt läuft
Schon seit längerer Zeit gibt es auf beiden Seiten der Grenze den Willen, das Grenzgebiet aufzuhübschen. Und ein erster Akt dieses Bemühens erfolgte am vergangenen Wochenende. Eines der Gebäude – auch italienischer Seite – wurde am Samstag abgetragen. „Das war im Eigentum der Marktgemeinde Innichen. Wir haben im Haushalt für das heurige Jahr einen Geldbetrag vorgesehen“, erklärt Klaus Rainer, Bürgermeister von Innichen. Geplant ist, auf diesem Grundstück im Frühjahr eine Grünzone mit Bäumen zu errichten. Rainer und sein Amtskollege aus Sillian, Franz Schneider, wollen die Grenze hübscher machen. Und dafür gibt es nun auch ein eigenes „Interreg CLLD Dolomiti Live“ Projekt. Laufzeit: Ein Jahr seit dem 1. Jänner 2026.
Alle Details lesen Sie im aktuellen Osttiroler Boten auf den Seiten 12 und 13.
Das Volk in Süd-, Ost und Nordtirol fragen, ob sie diese Grenze quer durch ihr Land wollen (ja oder nein) wäre zutiefst nationalistisch, also böses reaktionäres Gedankengut, so die vereinten Weltbürger*innen.
In einem vereinten Europa, so die Weltbürger*Innen weiter, gibt es keine Grenzen mehr die trennen, sondern nur noch solche, die man etwas hübscher machen sollte.
Es ist lobenswert, wenn Römer und Südtiroler diesen Verfall stoppen, die Häuser an der Grenze hübscher gestalten und sie so für kommende Generationen als hübsches Mahnmahl erhalten, wie hässlich Grenzen werden können, wenn sie nicht mit viel Liebe vor Wind, Wetter und Schwerkraft geschützt werden.
Allen Liebhaber von hübschen Grenzen wünsche ich ein ebensolches Wochenende.
PS: Die angeblich so unsichtbare Brennergrenze bei Sillian/Innichen ist so lange vorhanden, wie sie respektiert wird. Sie wird aber nicht nur respektiert, sondern durch das "hübscher machen" sogar noch sichtbarer gemacht. Ich vermute, das ist von den Römern (von denen ganz gewiss) und einem Teil der Südtiroler auch so gewollt.