Das Kartellgericht in Wien beschäftigte sich mit der Brau-Union und ihren Geschäftspraktiken. Thema war auch das Biertrink- und Kaufverhalten im Bezirk Lienz.
In Osttirol werde im Vergleich zu Restösterreich sehr viel Flaschenbier getrunken. Das erklärte Anfang der Woche ein ehemaliger Getränkehändler aus Osttirol vor dem Kartellgericht in Wien. Er war als Zeuge geladen – im Verfahren gegen die Heineken-Tochter Brau Union, zu der auch Gösser zählt. Und der Osttiroler nahm sich laut einem Bericht der Salzburger Nachrichten kein Blatt vor den Mund. Er sagte: „Ziel der Brau Union war, uns auszulöschen.“ Der Osttiroler Getränkehändler verkaufte sein Unternehmen mittlerweile an eine Tochter der Ottakringer-Brauerei. Im Verfahren äußerte er zahlreiche Vorwürfe. Etwa, dass die Brau Union bei schlechtem Absatz die Rabatte gekürzt hätte.
Mehr Flaschenbier in der Gastro
Thema in der Verhandlung war unter anderem auch das Trinkverhalten der Osttiroler. So gab der ehemalige Getränkehändler an, dass in Osttirol auch in der Gastronomie sehr viel Flaschenbier getrunken werde. Das sei ein Spezifikum im Vergleich zu Rest-Österreich. Der Getränkehandel könne die Gösser-Kiste nicht unter 22 Euro verkaufen, im Supermarkt gebe es sie jedoch teilweise um 13 Euro. Der Vorwurf: "Die Brau Union stiehlt uns die Kunden." Florian Zimmer, Sprecher der Brau Union widerspricht auf Anfrage des „Osttiroler Boten“: „Die Verkaufspreise werden von unseren Handelspartnern (Zwischenhändler bzw. Einzelhandelsunternehmen) festgelegt. Folglich haben wir keinerlei Einfluss darauf. Aus diesem Grund können wir zu Preisunterschieden keine Angaben machen.“ Zum laufenden Verfahren wolle man sich nicht äußern.