Am 04.07.2026 stiegen zwei verheiratete tschechische Staatsbürger (eine 24-jährige Frau und ein 29-jähriger Mann) als Zweierseilschaft über den Stüdlgrat in Richtung des Gipfels des Großglockners auf. Der Ehemann fungierte während der gesamten Tour als Vorsteiger. In einer Seehöhe von etwa 3.650 bis 3.700 Metern über Adria sicherte sich der Mann nach eigenen Angaben mit einer Selbstsicherungsschlinge an einem gebohrten Standhaken und setzte sich in seinen Sitzgurt. Laut Aussage der Ehepartnerin riss die Selbstsicherungsschlinge, woraufhin der Mann rückwärts etwa zehn Meter über gestuftes, nahezu senkrechtes Felsgelände abstürzte. Der Verunfallte kam glücklicherweise auf einem kleinen Felsvorsprung zum Liegen, wodurch ein weiterer Absturz verhindert wurde. Ein unbeteiligter, jedoch befreundeter Bergsteiger, der sich in der unmittelbar vorausgehenden Seilschaft befand, stieg zum Verletzten ab und leistete erste Hilfe. Parallel dazu wurde der Alpinnotruf abgesetzt. Der alarmierte Notarzthubschrauber konnte aufgrund von starkem, böigem Nordwestwind sowie wiederholt durchziehenden Nebelschwaden zunächst keine Bergung durchführen. In weiterer Folge wurde der Polizeihubschrauber aus Salzburg hinzugezogen, dem schließlich eine Taubergung mittels variablem Tau gelang. Der schwer verletzte Alpinist wurde zum Lucknerhaus geflogen und dort an die Besatzung des Notarzthubschraubers übergeben. Nach der Erstversorgung erfolgte der Transport in das Tauernklinikum Zell am See. Die Ehegattin blieb unverletzt und wurde von zufällig anwesenden Mitgliedern der Bergrettung der Ortsstellen Matrei und Kals über den Gipfel des Großglockners zur Adlersruhe begleitet.